Die Entwicklung der Wappen steht im engen Zusammenhang mit der Entwicklung der mittelalterlichen Kriegstechnik. Zur Zeit der Kreuzzüge wurden die kappenförmigen Helme der europäischen Ritter von einer neuen Helmform abgelöst, die den Kopf ganz einschloss, ihm dadurch besseren Schutz bot, zugleich aber Freund und Feind ein erkennen unmöglich machte.

Um dennoch Orientierung während eines Kampfes zu ermöglichen, wurden farbige unterschiedlich gestaltete Symbole geschaffen die auf die Schilde der Ritter aufgetragen wurden. Mit der Zeit ergab sich aber die wenig glückliche Situation, dass verschiedene Ritter gleich oder sehr ähnliche Schildbilder trugen, was zu Verwechslungen führte.
Als weiteres Unterscheidungsmerkmal gewann nun die auf dem Helm befestigte Helmzier an Bedeutung. So gab es Helmzierden in Form von menschlichen oder tierischen Oberkörpern, Federn, Hörnern, oder Flügeln. Als Material dienten Metall, Horn, Holz, Leder oder gestärkter Stoff. Als älteste bildliche Darstellung eines solchen Wappens mit Helm gilt ein Reitersiegel aus dem Jahre 1197.
Die Helmdecken entwickelten sich aus einfachen Leder- oder Stoffbezügen, die bereits zur Zeit der Kreuzzüge entstanden. Einerseits waren die ein zusätzlicher Schutz, um Pfeile abzulenken sowie Schläge und Stöße zu mildern, zugleich dienten sie aber auch als Hitzeschutz. Befeuchtete Tücher brachten dem Ritter Linderung bei der ungewohnten orientalischen Hitze. Später war die Entwicklung der Helmdecken mehr der Mode und dem individuellen Geschmack unterworfen.
Bei der Wappengestaltung gewähren die Helmdecken den größten Spielraum, sie verwandeln sich zu Bändern, Ranken und Girlanden.

Mit dem Niedergang des Rittertums Ende des 14.Jhdts. verselbständigte sich das Wappenwesen. Schilde und Rüstungen der alten Form wurden nur noch zu Sportveranstaltungen jener Zeit, den Turnieren, verwendet. Die Abbildungen der Schilde und Helme mit den Helmzierden blieben aber erhalten, und dienten zunächst adeligen, bald auch bürgerlichen und bäuerlichen Familien als Kennzeichne der Herkunft.

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